Mittwoch, 29. November 2017

Ein zyklischer Tag…



Mit leichten Schmierblutungen kündigt sich meine Menstruation an. Ich freue mich, dass sie kommt. Nicht, weil ich Sorge hätte, schwanger zu sein. Sondern weil ich in zwei Wochen 49 werde. Schon seit einigen Jahren wird mir immer deutlicher bewusst, wie ähnlich und doch auch unterschiedlich diese magischen Blutschwellen im Leben der Frau sind. Beim ersten Mal wissen wir nicht, wann es soweit sein wird. Jahrelang könnte jeder Tag der erste sein. Wenn es soweit ist, dann wissen wir es in dem Moment: jetzt ist es soweit! In meinem Tagebuch von damals hab ich es mir glücklicherweise aufgeschrieben, es war der 21. Juli 1980.

Ob es das letzte Mal war, das wissen wir erst später. Zumindest ein Mondmonat zieht ins Land, bevor Frauen zu ahnen beginnen, dass es die letzte Menstruation gewesen sein könnte. Doch vielleicht setzt sie ja nur mal ein Monat aus und kommt dann doch nochmals wieder. Eine unregelmäßige, eine im wahrsten Sinne des Wortes wechselhafte Zeit im Leben von Frauen. Von meiner ersten Blutung ist mir nichts geblieben als der Tag in meinem Tagebuch. Von meiner letzten Blutung soll das anders sein. Monat für Monat friere ich seit einiger Zeit mein Mondblut ein. In einem kleinen Gläschen, beschriftet mit dem Datum. Hole sie nach einer Weile wieder heraus, um sie in einem Ritual an besonderen Orten Mutter Erde zu schenken. 

Montag, 13. November 2017

Novembertage


Ganz bewußt erlebe ich in diesem Jahr die Zeit der Ahninnen und Ahnen. Tauche ein in die besondere Schwingung, die diesen Nebeltagen innewohnt. Nehme mir die Zeit, hinzulauschen, was mir meine Ahninnen und Ahnen für meinen Weg mitgeben wollen. Lade sie zu mir ein und besuche sie in ihrer Anderswelt. Wandere zwischen den Welten.

Begegne der Tödin und vertraue ihr das an, was nun sterben darf in meinem Leben. Freue mich über die vielen Spuren, die sie hier in meiner Heimat bis heute hinterlassen hat. Besuche sie in ihrer Gestalt als „Weiße Frau“ an ihren heiligen Salzburger Plätzen.

Lese über „Schwester Tod“ und knüpfe an die uralten Vorstellungen an, in denen Gebären und Sterben untrennbar zusammen gehörten. Fährfrauen kreuzen meine Wege. Ich lasse mich fallen in den ewigen Zyklus von Werden, Sein und Vergehen…

GedankenGut

An diesem 13. im November 2017, da will es weiterziehen, mein GedankenGut. Bisher war es auf meiner Wildmohnfrau-Homepage daheim gewesen. Dort ist es voll und eng geworden mit der Zeit. Dort soll es übersichtlicher und klarer werden in diesen Tagen, wo sich die Welt draußen immer mehr in graue Nebel einhüllt, um darin das Neue zu spinnen und weben.

2013 war es, als mich plötzlich die Musen geküsst haben. Ich sollte von ihnen erzählen, sollte das weitergeben, was sie mich über sie haben wissen lassen. Neun sind sie, die Musen. Göttervater Zeus versuchte, sie als seine Töchter auszugeben. Doch sie waren schon laaange vor seiner Zeit. Ob er ihr Sohn ist? Das könnte gut sein. Auch wenn seine Söhne uns bis heute ganz was Anderes zu erzählen versuchen.

Mittwoch, 1. November 2017

Der Tisch ist gedeckt für die Ahninnen und Ahnen...

Der Tisch ist gedeckt für die Ahninnen und Ahnen. Welche von ihnen wohl heuer in der Zeit der durchlässigen Schleier an meinem Tisch Platz nehmen werden? Was sie mir erzählen werden, was es noch zu klären gibt zwischen uns, was ihnen ein Anliegen sein wird, mir für meinen Weg sagen zu können? Ich lasse mich überraschen und lausche in mich selber hinein. Erspüre meine Fragen an sie, folge der Spur in meiner Seele, die verwoben ist mit dem systemischen Feld der Wandlung und Heilung.

Donnerstag, 19. Oktober 2017

#metoo

#metoo
 
Es war die Aussage meiner Tochter heute Morgen, welche mir bewusst gemacht hat, dass auch ich etwas zu #metoo schreiben werde. Lisa sprach davon, wie viele ihrer Freundinnen, von „denen sie sich das nie gedacht hätte“, auch einen #metoo-Beitrag darüber gepostet hatten, was sie an sexuellen Übergriffen und Gewalt durch Männer erlebt haben. „Wir sind nicht alleine mit solchen Erfahrungen, sondern es sind viele, viele Frauen, die das erlebt haben und tagtäglich erleben.“ Dies zu erkennen und zu spüren, das macht etwas mit uns. Nicht mit uns stimmt was nicht, nicht wir haben was falsch gemacht, sondern mit unserer Gesellschaft stimmt was nicht. Das Patriarchat setzt die sexuelle Gewalt gegenüber Frauen seit Jahrtausenden gezielt dazu ein, um die Frauen ihres Selbstbewusstseins, ihrer weiblichen Kraft, ihrer natürlichen Selbstbestimmung zu berauben.

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Mich drüber freuen…



Frau See hat mich heute mit einer Fülle an Kastanien beschenkt. Nachdem ich sie schon fast ganz umrundet hatte, kam ich auf den letzten Metern vorm Parkplatz am Kastanienbaum bei der Sandkiste vorbei. Dort, wo meine Kinder viele glückliche und fröhliche Stunden erlebt hatten, purzelten plötzlich die Kastanien förmlich vor meine Füße. Zuerst wollte ich nur ein paar davon mitnehmen, sie in meine Hosentaschen stecken. Doch damit war die Kleine in mir nicht einverstanden. „Ganz viele“ wollte sie sammeln, das hatte sie sich in meiner Kindheit schon immer gewünscht. 

Sonntag, 8. Oktober 2017

Kommunale Intelligenz, fest in männlicher Hand - oder: sag mir, wo die Frauen sind...




Vor 17 Jahren bin ich an diesem 8. Oktober zum ersten Mal als dreifache Mutter wach geworden. Nach zwei Töchtern durfte ich nun einen kleinen Sohn in meinen Armen halten. Ich hätte mit genau so viel Freude und Liebe ein drittes Mädchen im Arm gehalten. Doch die Gratulanten und Besucherinnen zeigten sich erleichtert und erfreut darüber, dass wir es nun doch endlich auch zu einem „Stammhalter“ gebracht hatten.

Damals schon fand ich diesen Hype um die Geburt eines Sohnes seltsam, doch ich konnte mein komisches Gefühl noch nicht so wirklich in Worte packen. Als ich heimkam, stand da ein großer Storch mit dem Hinweis auf den Stammhalter bei unserer Einfahrt. Nach der Geburt meiner Töchter hatten uns Blechdosen entlang der Straße empfangen. Obwohl ich definitiv wusste und erlebt hatte, dass ich meine drei Kinder auf dieselbe Weise empfangen, in meinem Bauch wachsen und dann aus diesem heraus geboren hatte, sah mein Umfeld das offenbar anders: Die Buben brachte der Storch und Mädchen hatten irgendwas mit alten Blechdosen gemeinsam.

Donnerstag, 5. Oktober 2017

Unsere Liebe Frau



„Unsere Lieben Frauen“ finden wir viele in unserer katholisch geprägten Heimat. Wohin wir uns auch wenden, von Maria Bühel über Laufen bis nach Großgmain, von Arnsdorf über Anthering bis nach Köstendorf, von der Salzburger Franziskanerkirche, der Kirche am Halleiner Dürrnberg bis zum Liebfrauen-Dom in München  - allerorts wird Maria unter der Bezeichnung „Unsere Liebe Frau“ verehrt. Manchmal trägt sie dabei noch eine Ortsangabe wie „Unsere Liebe Frau zu Mülln“ oder eine Aufgabe, für die sie an diesem Platz besonders angerufen wird, wie „Zu Unserer Lieben Frau Geburt“ in Maria Kirchental im Pinzgauer Saalachtal. Doch warum ist das so? 

Sonntag, 27. August 2017

"Wir leben universelle Werte, weil es förderlich ist so zu leben - die matriarchalen Khasi aus Indien



Immer wieder begegnet mir bei meinen Vorträgen über matriarchale Gesellschaften die Sorge um die „armen Männer im Matriarchat“. Interessanterweise sind es meist die westlichen Frauen, welche sich mit dieser Frage beschäftigen, wie „denn das Leben der Männer im Matriarchat sei“. Darin spiegelt sich die patriarchale Prägung, unser weibliches Hauptaugenmerk auf das Wohlergehen der Männer richten zu müssen. An diesem Matriarchatskongress-Wochenende in Jena stand Beides am Programm, das Leben der Frauen und das Leben der Männer im Matriarchat.

In meinen drei Blogbeiträgen hab ich aus dem vielfältigen, bunten Informations- und Erfahrungsschatz, welchen die matriarchalen Frauen und Männer mitgebracht haben, all jenes zusammengefasst, was mich berührt und bewegt hat, was mich hellhörig werden und mich zustimmend nicken hat lassen und was mich vor allem sehr dankbar werden hat lassen für meinen eigenen Weg im Dienste der matriarchalen Welt. 

"Wenn es noch mehr Männer gäbe, die auch gekommen wären..." - die matriarchalen Mosuo aus China



Von den Mosuo in China sind Sadama Wang und Prof. La nach Jena gekommen. Die Mosuo sind eine matriarchale Kultur in Westchina mit ca. 30.000 Angehörigen, die rund um den Lugu See und in den umliegenden Bergen leben.Sadama ist die einzige englischsprechende Frau am Lugusee. Sie wird dadurch immer mehr zu einer Botschafterin ihrer matriarchalen Kultur nach Außen. Prof. La kommt aus dem universitären Bereich in China, er forscht u.a. zu den Wurzeln und Traditionen seiner matriarchalen Kultur. Ihn wundert es, dass uns diese so interessiert und so viele Frauen deswegen hierher gekommen sind, denn in seinem universitären Umfeld wird er aufgrund seiner matriarchalen Herkunft diskriminiert. Doch er hätte sich gewünscht, dass es noch mehr Männer gäbe, die auch gekommen wären...", denn er hätte auch den deutschen Männern gerne, von Mann zu Mann, mehr über das Besondere der matriarchalen Kulturen berichtet.

„Kinder passen bei uns überall hin, dafür sorgen die Frauen!“ - die matriarchalen Minangkabau aus Indonesien


Yelfia Susanti und ihr Mann Roni Effendi sind von West-Sumatra nach Deutschland gekommen. Sie stammen aus der matriarchalen Kultur der Minangkabau mit ca. 3 Millionen Angehörigen im Kernland. Yelfia ist Deutschlehrerin in ihrer Heimat, sie hat ein Jahr auch in Heidelberg studiert. Ihre eigenen Kinder kann sie jederzeit zum Unterricht mitbringen: „Kinder passen bei uns überall hin, dafür sorgen die Frauen!“, so Yelfia. 

Ich versuche mir vorzustellen, wie sich ein Leben in einer matriarchalen Gesellschaft anfühlen mag…




Die persönliche Begegnung mit matriarchalen Frauen und Männern auf dem Matriarchatskongress in Jena am vergangenen Wochenende hat tiefe, bewegende, nachhaltige Spuren in mir hinterlassen. Seit über zehn Jahren hat das Wissen um matriarchale Gesellschaften auf meinem persönlichen und beruflichen Lebensweg zu einen Wandel geführt, für den ich zutiefst dankbar bin. Von Anfang an hab ich gespürt, wie bedeutsam diese Kulturen für uns alle sind. Im Laufe der Jahre kam dann immer mehr Wissen zu mir, warum das so ist.

Freitag, 25. August 2017

Was meinem Leben Sinn und Bedeutsamkeit gibt…



Ein Mann, der mich schon sehr lange auf besondere und einzigartige Art und Weise durch mein Leben begleitet, hat diese Frage nach dem „Sinn des Lebens“ vor ein paar Wochen in mein Leben gespült. Nicht ganz so heftig wie die Unwetter in manchen Gebirgstälern in den Tagen zuvor Straßen und Brücken hinweggespült haben. Doch so wie auch die Folgen der Unwetter anhaltend und nachhaltig sein können für das Leben der Menschen und die Natur, so beschäftigt auch mich diese Frage mehr, als ich an diesem Tag mit dem magischen Datum 8.8. gedacht habe, als ihn die Sorge, ob wir auch von Unwettern betroffen sein könnten, dazu veranlasst hatte, sich mit dieser Frage wieder bei mir zu melden.

Mittwoch, 31. Mai 2017

Weg der Seelen - es ist alles ein großer Plan...


Vor einem Jahr war das Begräbnis von Hans. Heute, ein Jahr später, kam die DVD „Winna – Weg der Seelen“ bei mir an. Schon vor Monaten war mir der Hinweis auf diesen Film hier auf facebook begegnet. Im April hab ich die Nachricht erhalten, dass es die DVD zu kaufen gibt. Als ich sie heute aus dem Versandkuvert gezogen habe, wusste ich plötzlich, wie ich diesen Abend, ein Jahr nach dem Begräbnis von Hans verbringen werde.

Winna erzählt über den Seelenzug der Percht im Wallis, über Begegnungen und Zeichen von Verstorbenen und über so Vieles, was in der heutigen, schnelllebigen Zeit immer mehr zu verschwinden droht. Hans und ich verbrachten unsere Hochzeitsreise im September 1993 genau dort, im Wallis. Zita, meine langjährige Brieffreundin aus Brig, war mit ihrem Stefan zu unserer Hochzeit gekommen. Gemeinsam mit ihrer Freundin Flor machten wir uns dann erstmals auf die Reise in die Schweiz.

Sonntag, 12. Februar 2017

Wenn du die Welt verändern möchtest, liebe dich selbst

Sonntag, 12. Februar 2017


Wenn du die Welt verändern möchtest, liebe dich selbst

Wenn du die Welt verändern möchtest, liebe dich selbst. Liebe dich aufrichtig. Wähle den Weg der Heilung deiner Seele, deines Frauseins, deiner Ahninnen und schau mutig auf dich selbst, deine Ängste, deine Wunden.

Nimm das kleine Mädchen in dir an ihrer Hand und schenke ihr all die Liebe, die sie in ihrer Kindheit nicht spüren konnte. Schenke ihr das Vertrauen, das Dasein, die Beständigkeit jener Liebe, die sie von ihrem Vater nicht bekommen hat. Blicke auf die schwere Last, die sie träge, erkenne und spüre ihren Schmerz gemeinsam mit ihr und dann lasst ihn im feurigen Schoß der Erde verbrennen, sich wandeln.