Donnerstag, 12. Oktober 2017

Mich drüber freuen…



Frau See hat mich heute mit einer Fülle an Kastanien beschenkt. Nachdem ich sie schon fast ganz umrundet hatte, kam ich auf den letzten Metern vorm Parkplatz am Kastanienbaum bei der Sandkiste vorbei. Dort, wo meine Kinder viele glückliche und fröhliche Stunden erlebt hatten, purzelten plötzlich die Kastanien förmlich vor meine Füße. Zuerst wollte ich nur ein paar davon mitnehmen, sie in meine Hosentaschen stecken. Doch damit war die Kleine in mir nicht einverstanden. „Ganz viele“ wollte sie sammeln, das hatte sie sich in meiner Kindheit schon immer gewünscht. 

Sonntag, 8. Oktober 2017

Kommunale Intelligenz, fest in männlicher Hand - oder: sag mir, wo die Frauen sind...




Vor 17 Jahren bin ich an diesem 8. Oktober zum ersten Mal als dreifache Mutter wach geworden. Nach zwei Töchtern durfte ich nun einen kleinen Sohn in meinen Armen halten. Ich hätte mit genau so viel Freude und Liebe ein drittes Mädchen im Arm gehalten. Doch die Gratulanten und Besucherinnen zeigten sich erleichtert und erfreut darüber, dass wir es nun doch endlich auch zu einem „Stammhalter“ gebracht hatten.

Damals schon fand ich diesen Hype um die Geburt eines Sohnes seltsam, doch ich konnte mein komisches Gefühl noch nicht so wirklich in Worte packen. Als ich heimkam, stand da ein großer Storch mit dem Hinweis auf den Stammhalter bei unserer Einfahrt. Nach der Geburt meiner Töchter hatten uns Blechdosen entlang der Straße empfangen. Obwohl ich definitiv wusste und erlebt hatte, dass ich meine drei Kinder auf dieselbe Weise empfangen, in meinem Bauch wachsen und dann aus diesem heraus geboren hatte, sah mein Umfeld das offenbar anders: Die Buben brachte der Storch und Mädchen hatten irgendwas mit alten Blechdosen gemeinsam.

Donnerstag, 5. Oktober 2017

Unsere Liebe Frau



„Unsere Lieben Frauen“ finden wir viele in unserer katholisch geprägten Heimat. Wohin wir uns auch wenden, von Maria Bühel über Laufen bis nach Großgmain, von Arnsdorf über Anthering bis nach Köstendorf, von der Salzburger Franziskanerkirche, der Kirche am Halleiner Dürrnberg bis zum Liebfrauen-Dom in München  - allerorts wird Maria unter der Bezeichnung „Unsere Liebe Frau“ verehrt. Manchmal trägt sie dabei noch eine Ortsangabe wie „Unsere Liebe Frau zu Mülln“ oder eine Aufgabe, für die sie an diesem Platz besonders angerufen wird, wie „Zu Unserer Lieben Frau Geburt“ in Maria Kirchental im Pinzgauer Saalachtal. Doch warum ist das so? 

Sonntag, 27. August 2017

"Wir leben universelle Werte, weil es förderlich ist so zu leben - die matriarchalen Khasi aus Indien



Immer wieder begegnet mir bei meinen Vorträgen über matriarchale Gesellschaften die Sorge um die „armen Männer im Matriarchat“. Interessanterweise sind es meist die westlichen Frauen, welche sich mit dieser Frage beschäftigen, wie „denn das Leben der Männer im Matriarchat sei“. Darin spiegelt sich die patriarchale Prägung, unser weibliches Hauptaugenmerk auf das Wohlergehen der Männer richten zu müssen. An diesem Matriarchatskongress-Wochenende in Jena stand Beides am Programm, das Leben der Frauen und das Leben der Männer im Matriarchat.

In meinen drei Blogbeiträgen hab ich aus dem vielfältigen, bunten Informations- und Erfahrungsschatz, welchen die matriarchalen Frauen und Männer mitgebracht haben, all jenes zusammengefasst, was mich berührt und bewegt hat, was mich hellhörig werden und mich zustimmend nicken hat lassen und was mich vor allem sehr dankbar werden hat lassen für meinen eigenen Weg im Dienste der matriarchalen Welt. 

"Wenn es noch mehr Männer gäbe, die auch gekommen wären..." - die matriarchalen Mosuo aus China



Von den Mosuo in China sind Sadama Wang und Prof. La nach Jena gekommen. Die Mosuo sind eine matriarchale Kultur in Westchina mit ca. 30.000 Angehörigen, die rund um den Lugu See und in den umliegenden Bergen leben.Sadama ist die einzige englischsprechende Frau am Lugusee. Sie wird dadurch immer mehr zu einer Botschafterin ihrer matriarchalen Kultur nach Außen. Prof. La kommt aus dem universitären Bereich in China, er forscht u.a. zu den Wurzeln und Traditionen seiner matriarchalen Kultur. Ihn wundert es, dass uns diese so interessiert und so viele Frauen deswegen hierher gekommen sind, denn in seinem universitären Umfeld wird er aufgrund seiner matriarchalen Herkunft diskriminiert. Doch er hätte sich gewünscht, dass es noch mehr Männer gäbe, die auch gekommen wären...", denn er hätte auch den deutschen Männern gerne, von Mann zu Mann, mehr über das Besondere der matriarchalen Kulturen berichtet.

„Kinder passen bei uns überall hin, dafür sorgen die Frauen!“ - die matriarchalen Minangkabau aus Indonesien


Yelfia Susanti und ihr Mann Roni Effendi sind von West-Sumatra nach Deutschland gekommen. Sie stammen aus der matriarchalen Kultur der Minangkabau mit ca. 3 Millionen Angehörigen im Kernland. Yelfia ist Deutschlehrerin in ihrer Heimat, sie hat ein Jahr auch in Heidelberg studiert. Ihre eigenen Kinder kann sie jederzeit zum Unterricht mitbringen: „Kinder passen bei uns überall hin, dafür sorgen die Frauen!“, so Yelfia. 

Ich versuche mir vorzustellen, wie sich ein Leben in einer matriarchalen Gesellschaft anfühlen mag…




Die persönliche Begegnung mit matriarchalen Frauen und Männern auf dem Matriarchatskongress in Jena am vergangenen Wochenende hat tiefe, bewegende, nachhaltige Spuren in mir hinterlassen. Seit über zehn Jahren hat das Wissen um matriarchale Gesellschaften auf meinem persönlichen und beruflichen Lebensweg zu einen Wandel geführt, für den ich zutiefst dankbar bin. Von Anfang an hab ich gespürt, wie bedeutsam diese Kulturen für uns alle sind. Im Laufe der Jahre kam dann immer mehr Wissen zu mir, warum das so ist.

Freitag, 25. August 2017

Was meinem Leben Sinn und Bedeutsamkeit gibt…



Ein Mann, der mich schon sehr lange auf besondere und einzigartige Art und Weise durch mein Leben begleitet, hat diese Frage nach dem „Sinn des Lebens“ vor ein paar Wochen in mein Leben gespült. Nicht ganz so heftig wie die Unwetter in manchen Gebirgstälern in den Tagen zuvor Straßen und Brücken hinweggespült haben. Doch so wie auch die Folgen der Unwetter anhaltend und nachhaltig sein können für das Leben der Menschen und die Natur, so beschäftigt auch mich diese Frage mehr, als ich an diesem Tag mit dem magischen Datum 8.8. gedacht habe, als ihn die Sorge, ob wir auch von Unwettern betroffen sein könnten, dazu veranlasst hatte, sich mit dieser Frage wieder bei mir zu melden.

Mittwoch, 31. Mai 2017

Weg der Seelen - es ist alles ein großer Plan...


Vor einem Jahr war das Begräbnis von Hans. Heute, ein Jahr später, kam die DVD „Winna – Weg der Seelen“ bei mir an. Schon vor Monaten war mir der Hinweis auf diesen Film hier auf facebook begegnet. Im April hab ich die Nachricht erhalten, dass es die DVD zu kaufen gibt. Als ich sie heute aus dem Versandkuvert gezogen habe, wusste ich plötzlich, wie ich diesen Abend, ein Jahr nach dem Begräbnis von Hans verbringen werde.

Winna erzählt über den Seelenzug der Percht im Wallis, über Begegnungen und Zeichen von Verstorbenen und über so Vieles, was in der heutigen, schnelllebigen Zeit immer mehr zu verschwinden droht. Hans und ich verbrachten unsere Hochzeitsreise im September 1993 genau dort, im Wallis. Zita, meine langjährige Brieffreundin aus Brig, war mit ihrem Stefan zu unserer Hochzeit gekommen. Gemeinsam mit ihrer Freundin Flor machten wir uns dann erstmals auf die Reise in die Schweiz.

Sonntag, 12. Februar 2017

Wenn du die Welt verändern möchtest, liebe dich selbst

Sonntag, 12. Februar 2017


Wenn du die Welt verändern möchtest, liebe dich selbst

Wenn du die Welt verändern möchtest, liebe dich selbst. Liebe dich aufrichtig. Wähle den Weg der Heilung deiner Seele, deines Frauseins, deiner Ahninnen und schau mutig auf dich selbst, deine Ängste, deine Wunden.

Nimm das kleine Mädchen in dir an ihrer Hand und schenke ihr all die Liebe, die sie in ihrer Kindheit nicht spüren konnte. Schenke ihr das Vertrauen, das Dasein, die Beständigkeit jener Liebe, die sie von ihrem Vater nicht bekommen hat. Blicke auf die schwere Last, die sie träge, erkenne und spüre ihren Schmerz gemeinsam mit ihr und dann lasst ihn im feurigen Schoß der Erde verbrennen, sich wandeln.

Wenn du die Welt verändern möchtest

Sonntag, 12. Februar 2017 


Wenn du die Welt verändern möchtest, liebe dich selbst

Immer wieder begegnet mir auf facebook ein Beitrag mit dem Titel „Wenn du die Welt verändernmöchtest, liebe einen Mann.“ Schon beim ersten Lesen spürte ich den Widerspruch in diesem Text zu dem, wie ich diese Thematik sehe, wie ich selber es in meinem Leben erfahren habe.

Fünfeinhalb Jahre lang hab ich versucht, einen Mann zu lieben. Nicht nur, weil ich damit die Welt verändern wollte. Sondern vor allem in der Hoffnung, dann, wenn ich ihn lange und ausgiebig genug liebe, endlich auch von ihm geliebt zu werden.

Diese Rechnung ist nicht aufgegangen. Es hat in meiner Kindheit mit meinem Vater nicht funktioniert, es hat bei meinen Ahninnen nicht funktioniert, es wird auch bei meinen Töchtern nicht funktionieren. Solange Frauen meinen, durch ihre Liebe den Mann, den „Vater“ retten zu können aus seinen emotionalen Traumatisierungen, aus seiner Gefühlslosigkeit, aus seiner Beziehungsunfähigkeit, solange wird sich die patriarchale Welt nicht verändern.

Träume sind wie Briefe, die unsere Seele schreibt

Samstag, 9. Februar 2013 - von www.wildmohnfrau.at 


„Träume sind wie Briefe, die unsere Seele schreibt und die ungelesen weggeworfen werden.“ (Elisabeth Wintergerst)

Viele Wochen sind vergangen in denen es mir nicht gelingen wollte, mir die Zeit zu nehmen um das, was mich berührt und bewegt hat, auch aufzuschreiben. Manchmal war ich traurig darüber, doch andere Bereiche in meinem Leben wollten verstärkt wahrgenommen und beachtet werden.

Wenn ich nun auf diese Zeit zurückblicke, sehe ich, wie wichtig und wertvoll diese Erfahrungen für meinen Weg geworden sind und ich bin berührt von der Weisheit der Göttin, mit der sie mich meinen Lebensweg genau so gehen läßt, wie er gut und richtig für mich ist. Nur ich kann meinen Lebensweg so gehen. Diesen Weg, der mich Schritt für Schritt vorwärts zurück in meine weibliche Kraft bringt.

„Vorwärts schreitend zurück zu gehen“ klingt paradox. Doch genau darin liegt das Geheimnis. Jenes Geheimnis, in dem die Quellen unserer weiblichen Kraft und Freiheit davon träumen, von den Frauen endlich wieder erweckt zu werden.

Verbundenheit

Montag, 30. Oktober 2012 - von www.wildmohnfrau.at


Verbundenheit

Mit dem frühen Schneeflockengruß von Frau Holle kam auch die „Verbundenheit“ aus dem hohen Norden mit Kranichrufen zu mir geweht.




              ...von der Havelarche in Brandenburg weht die "Verbundenheit" zu mir...


Damals, vor vier Jahren, waren sie mir zum ersten Mal begegnet: die „Verbundenheit der Frauen“ und ihre Schöpferin, Gabriele. Am Muttergipfel in Karlsruhe zeigten sie sich mir in ihrer eindrücklichen Verbundenheit und seit damals hat mich ihr Bild im Sehnen meines Herzens begleitet.

„Irgendwann“ wird diese weibliche Verbundenheit zu mir kommen, das hab ich schon damals gespürt und gewußt. Dann, vor einem Jahr, begegne ich Gabriele auf dem Frauenkongress im Parimal wieder. Die „Verbundenheit“ zwischen uns Beiden zeigt sich in bereichernden Gesprächen und wärmenden Begegnungen und ich höre das Flüstern aus meinem Bauch: jetzt…

A little extra

Samstag, 17. November 2012 - von www.wildmohnfrau.at


A little extra

Dreimal stand ich in meinem Leben als Mutter vor jener möglichen Entscheidung, die ich glücklicherweise nie treffen musste: was wäre gewesen, wenn…wenn die Fruchtwasseruntersuchungen gezeigt hätten, daß eines meiner drei Wunschkinder „außergewöhnlich“ ist…

Damals, als junge Frau, ließ ich mich anstecken von der Angstmache rund um mich. Die Tante meiner Kinder ist eine Down-Frau und ich versuchte, mit der vorgeschlagenen Fruchtwasseruntersuchung meine eigene Angst vor einem „behinderten Kind“ zu bewältigen und den Ansprüchen von außen an mich gerecht zu werden.

Heute, als reife Frau und erfahrene Mutter, sehe ich Vieles in einem anderen Licht: das Strahlen und die Lebensfreude, mit der gerade so genannte „behinderte“ Menschen durchs Leben gehen. Sie haben ihre Begeisterungsfähigkeit nicht gegen gesellschaftliche Anpassung eingetauscht und leben oftmals eine bezaubernde Natürlichkeit in ihrem Verhalten, die uns eine Ahnung davon schenkt, worum es in diesem Menschenleben hier auf Mutter Erde in Wirklichkeit gehen würde…

Blumen sind das Lächeln der Erde

Dienstag, 27. November 2012 - von www.wildmohnfrau.at 


„Den Kontakt mit Blumen zu verlieren ist die schlimmste Form der Vereinsamung.“ (Albert Camus)

Diese Erkenntnis soll dieser Novembermorgen zu mir bringen. Aus diesem Blickwinkel hab ich Vereinsamung noch nie betrachtet, das wird mir bei diesem Zitat sofort bewußt.

So wirklich kann ich in Worten gar nicht beschreiben, was diese Botschaft in meiner Seele berührt. Blumen, sie begleiten mich seit meiner Kindheit hier am Haunsberg: als Zeichen meiner Liebe für die Frauen, die mich in mein Leben begleitet haben, pflückten meine kleinen Hände Sträuße voller Margeriten und Glockenblumen für sie.